Systemeinblicke mit Kommandozeilentools: lslogins und lsmod

Hinweis: Dieser Artikel erschien vorab in in englischer Sprache im Fedora Magazin.
In Fortsetzung unserer Serie von Befehlen, die Einblicke in die inneren Abläufe eines Linux-Systems bieten, wenden wir uns nun einfacheren Befehlen wie lslogins und lsmod zu. Diese Tools liefern Informationen über Benutzerkonten bzw. Kernel-Module.
lslogins: Benutzerkonten untersuchen
lslogins ist ein Befehl, der detaillierte Informationen über Benutzerkonten auf dem System extrahiert und anzeigt. Das Programm bezieht Daten aus den Dateien /etc/passwd und /etc/shadow sowie aus Systemprotokollen und ist besonders nützlich, um nach fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen zu suchen und Gruppenmitgliedschaften aufzulisten.
Nutzung
Ohne Argumente ausgeführt zeigt der Befehl eine Zusammenfassung aller Benutzerkonten an:
lslogins
Dies bietet einen Überblick einschließlich UID (Benutzer-ID), GID (Gruppen-ID), Benutzername und Details zur letzten Anmeldung.
Häufige Optionen und Verwendungsbeispiele
-u: Zeigt nur Benutzerkonten undrootan (filtert Systemkonten mit UIDs unter 1000 heraus).-G: Zeigt Informationen über bestehende Gruppen an.-g <gruppe>: Zeigt Benutzer einer bestimmten Gruppe an (z.B.wheel, die normalerweisesudo-Berechtigungen auf einem Red Hat-System hat).-e: Zeigt in einem exportierbaren Key-Value-Ausgabeformat an, getrennt durch Leerzeichen.-L: Listet letzte Anmeldungen und Passwort-Informationen auf (leer, angemeldet, nologin).
Beispiele, die die letzten Anmeldungen und Passwort-Informationen (leer, angemeldet, nologin) von Nicht-System-Benutzerkonten auf meinem Laptop sowie Gruppenmitgliedschaften auflisten:
$ lslogins -L -p -u
UID USER LAST-TTY LAST-HOSTNAME LAST-LOGIN PWD-EMPTY PWD-LOCK PWD-DENY NOLOGIN HUSHED PWD-METHOD
0 root 0
1000 ahaerter tty2 tty2 01:16 0 0
$ lslogins -G -u
UID USER GID GROUP SUPP-GIDS SUPP-GROUPS
0 root 0 root
1000 ahaerter 1000 user 971,10,977 docker,wheel
lsmod: Kernel-Module zur weiteren Inspektion auflisten
Der Linux-Kernel ist grundsätzlich monolithisch im Design, bietet aber auch die Möglichkeit, Module zur Laufzeit zu laden und zu entladen. Ein Kernel-Modul wird allgemein als Komponente oder Erweiterung des Kernels verstanden. Zum Beispiel werden Hardware-Treiber (z.B. WLAN-Karten, Soundkarten usw.) normalerweise als Module implementiert. Der Befehl lsmod bietet eine Übersicht über alle aktuell geladenen Kernel-Module.
Nutzung
Um die Übersicht aufzurufen führen wir zunächst den Befehl einfach aus:
lsmod
Dies zeigt eine Tabelle mit drei Spalten an:
- Module (Modul): Der Name des Kernel-Moduls.
- Size (Größe): Die Speichergröße (in Bytes), die das Modul belegt.
- Used by (Verwendet von): Listet die abhängigen Module oder Kernel-Funktionen auf.
Beispielausgabe:
$ lsmod
Module Size Used by
overlay 241664 0
tun 73728 2
snd_usb_audio 614400 0
snd_usbmidi_lib 57344 1 snd_usb_audio
snd_ump 49152 1 snd_usb_audio
snd_rawmidi 57344 2 snd_usbmidi_lib,snd_ump
hid_jabra 16384 0
uinput 20480 0
rfcomm 102400 16
snd_seq_dummy 12288 0
snd_hrtimer 12288 1
wireguard 122880 0
curve25519_x86_64 36864 1 wireguard
libcurve25519_generic 45056 2 curve25519_x86_64,wireguard
ip6_udp_tunnel 16384 1 wireguard
udp_tunnel 36864 1 wireguard
nf_conntrack_netbios_ns 12288 1
nf_conntrack_broadcast 12288 1 nf_conntrack_netbios_ns
nft_fib_inet 12288 1
nft_fib_ipv4 12288 1 nft_fib_inet
nft_fib_ipv6 12288 1 nft_fib_inet
nft_fib 12288 3 nft_fib_ipv6,nft_fib_ipv4,nft_fib_inet
[...]
Verwendungsbeispiele
Obwohl lsmod keine Optionen hat, bietet einfache Kombination mit anderen Befehlen weiteren Nutzen:
- Kombination mit
modinfo: Liefert detaillierte Informationen über ein bestimmtes Modul, einschließlich Autor, Lizenz und Beschreibung. - Debugging mit
dmesg: Hierbei werden Kernel-Protokollmeldungen mit geladenen Modulen korreliert, um Boot-Zeit-Probleme zu diagnostizieren.
modinfo <modulname>
sudo dmesg | grep <modulname>
Fazit
Befehle wie lslogins und lsmod können einfache Einblicke in die Benutzerverwaltung und das Kernel-Verhalten geben. Sie sind ohne große Vorarbeiten auszuprobieren und die Ausgabe mit anderen Tools leicht kombinierbar.