Systemeinblicke mit Kommandozeilentools: dmidecode und lspci

Hinweis: Dieser Artikel erschien vorab in in englischer Sprache im Fedora Magazin.
In unserer Serie ĂĽber Linux-Systemwerkzeuge werfen wir einen Blick auf wichtige Befehlszeilenprogramme, die Informationen ĂĽber die Hardware und den Status des Systems zur VerfĂĽgung stellen. Nach dem vorherigen Artikel ĂĽber ĂĽber lscpu und lsusb wenden wir uns nun dmidecode und lspci zu.
dmidecode – Dekodieren der DMI-Tabelle des Systems
dmidecode ist ein Befehlszeilenprogramm zum Abrufen detaillierter Informationen über die System-Hardware. Es liest dafür die DMI (Desktop Management Interface)-Tabelle aus, welche Daten enthält, die von der Firmware des Systems bereitgestellt werden. Dies umfasst Details zum BIOS, Prozessor, Speicher und anderen Hardware-Komponenten des Systems. Mit dmidecode kann man Einblicke in die Hardware-Ausstattung gewinnen, ohne vor Ort zu sein oder das Systemgehäuse öffnen zu müssen. Das Programm wird in Red Hat-Umgebungen wie Fedora Linux vom util-linux-Paket bereitgestellt.
Nutzung
FĂĽhren wir den dmidecode-Befehl aus, um einen Ăśberblick ĂĽber die DMI-Tabelle des Systems zu erhalten:
$ sudo dmidecode
Man erhält eine umfassende Liste von DMI-Tabelleneinträgen.
Um die Ausgabe auf spezifische Informationen zu beschränken, können verschiedene Optionen verwenden werden. Insbesondere die Angabe eines Typs mittel -t number ist zielführend:
$ sudo dmidecode -t number
wobei number eine Ganzzahl ist. Ein Auszug aus man dmidecode beschreibt diese weiter:
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The SMBIOS specification defines the following DMI types:
Type Information
────────────────────────────────────────────
0 BIOS
1 System
2 Baseboard
3 Chassis
4 Processor
5 Memory Controller
6 Memory Module
7 Cache
8 Port Connector
9 System Slots
10 On Board Devices
11 OEM Strings
12 System Configuration Options
13 BIOS Language
14 Group Associations
15 System Event Log
16 Physical Memory Array
17 Memory Device
18 32-bit Memory Error
19 Memory Array Mapped Address
20 Memory Device Mapped Address
21 Built-in Pointing Device
22 Portable Battery
23 System Reset
24 Hardware Security
25 System Power Controls
26 Voltage Probe
27 Cooling Device
28 Temperature Probe
29 Electrical Current Probe
30 Out-of-band Remote Access
31 Boot Integrity Services
32 System Boot
33 64-bit Memory Error
34 Management Device
35 Management Device Component
36 Management Device Threshold Data
37 Memory Channel
38 IPMI Device
39 Power Supply
40 Additional Information
41 Onboard Devices Extended Information
42 Management Controller Host Interface
Additionally, type 126 is used for disabled entries and type 127 is an end-of-table marker. Types 128 to 255 are for OEM-specific data. dmidecode will display these entries by default, but it can only decode them when the vendors have contributed documentation or code for them.
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Beispiel 1: Abrufen von BIOS-Informationen
Um Details ĂĽber das BIOS abzurufen kann man die die Option -t verwenden, gefolgt von der Typnummer fĂĽr BIOS-Informationen (Typ 0):
$ sudo dmidecode -t 0
Der Befehl gibt in der Regel Information über die BIOS-Version, das Veröffentlichungsdatum und den Anbieter aus. Beispielausgabe (hier von einem ThinkPad T480S):
$ sudo dmidecode -t 0
# dmidecode 3.6
Getting SMBIOS data from sysfs.
SMBIOS 3.0.0 present.
Handle 0x000B, DMI type 0, 24 bytes
BIOS Information
Vendor: LENOVO
Version: N22ET80W (1.57 )
Release Date: 02/27/2024
Address: 0xE0000
Runtime Size: 128 kB
ROM Size: 16 MB
Characteristics:
PCI is supported
PNP is supported
BIOS is upgradeable
BIOS shadowing is allowed
Boot from CD is supported
Selectable boot is supported
EDD is supported
3.5"/720 kB floppy services are supported (int 13h)
Print screen service is supported (int 5h)
8042 keyboard services are supported (int 9h)
Serial services are supported (int 14h)
Printer services are supported (int 17h)
CGA/mono video services are supported (int 10h)
ACPI is supported
USB legacy is supported
BIOS boot specification is supported
Targeted content distribution is supported
UEFI is supported
BIOS Revision: 1.57
Firmware Revision: 1.23
Beispiel 2: Abrufen von Informationen zum Motherboard (Baseboard) und Arbeitsspeicher
Für spezifische Details zum Arbeitsspeicher können die Typen 2 für das Motherboard1 und 17 für den Arbeitsspeicher abgefragt werde. Dies liefert Informationen zu den Speichermodulen des Systems, einschließlich Größe, Geschwindigkeit und Hersteller.
Diese Informationen sind besonders nützlich beim Aufrüsten der Hardware oder zur Fehlerbehebung, beispielsweise wenn man zusätzlichen, kompatiblen RAM für einen Server beschaffen muss, der von anderen Administratoren bereitgestellt wurde.
Ein reales Beispiel eines kleinen Laborservers mit vier Speichersticks:
$ sudo dmidecode -t 2,17
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Manufacturer: Supermicro
Product Name: X11SPL-F
Version: 1.02
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Handle 0x0029, DMI type 17, 84 bytes
Memory Device
Array Handle: 0x0025
Error Information Handle: Not Provided
Total Width: 72 bits
Data Width: 64 bits
Size: 64 GB
Form Factor: DIMM
Set: None
Locator: DIMMB1
Bank Locator: P0_Node0_Channel1_Dimm0
Type: DDR4
Type Detail: Synchronous Registered (Buffered)
Speed: 2933 MT/s
Manufacturer: Samsung
Serial Number: 167D51E1
Asset Tag: DIMMB1_AssetTag (date:22/38)
Part Number: M393A8G40MB2-CVF
Rank: 2
Configured Memory Speed: 2400 MT/s
Minimum Voltage: 1.2 V
Maximum Voltage: 1.2 V
Configured Voltage: 1.2 V
Memory Technology: DRAM
Memory Operating Mode Capability: Volatile memory
Firmware Version: 0000
Module Manufacturer ID: Bank 1, Hex 0xCE
Module Product ID: Unknown
Memory Subsystem Controller Manufacturer ID: Unknown
Memory Subsystem Controller Product ID: Unknown
Non-Volatile Size: None
Volatile Size: 64 GB
Cache Size: None
Logical Size: None
$ sudo dmidecode -t 17 | grep -E "(Manufacturer|Part Number):"
Manufacturer: Samsung
Part Number: M393A8G40MB2-CVF
Manufacturer: Samsung
Part Number: M393A8G40MB2-CVF
Manufacturer: Samsung
Part Number: M393A8G40MB2-CVF
Manufacturer: Samsung
Part Number: M393A8G40MB2-CVF
Mit diesem einfachen Befehl ist es also recht einfach möglich zu ermitteln, welche Hardware in einem System verwendet wird. Diese Informationen sind besonders nützlich, wenn Hardware aufgerüstet oder ersetzt werden muss.
lspci: Auflisten von PCI-Geräten
Der Befehl lspci findet Anwendung, wird verwendet, um alle PCI (Peripheral Component Interconnect)-Geräte eines Systems aufzulisten. PCI-Geräte umfassen Netzwerkkarten, Grafikkarten, USB-Controller und mehr. Das Kommando bietet einen Überblick über die an den PCI-Bus des Systems angeschlossenen Geräte und liefert detaillierte Informationen zu deren Konfiguration und Status.
Im Gegensatz zu dmidecode benötigt lspci dabei keine erweiterten Berechtigungen; ein normaler Benutzer reicht aus, um nützliche Informationen zu erhalten.
Nutzung
Eine einfache Ausführung des Befehls lspci listet alle PCI-Geräte auf:
$ lspci
Für detailliertere Informationen über die Geräte kann die Option -v (verbose) verwenden werden:
$ lspci -v
Beispiel 1: Informationen zur Grafikkarte ermitteln
Um mehr Informationen ĂĽber die Grafikkarte des Systems zu ermitteln, kann die Ausgabe von lspci einfach mittels grep gfiltert werden. Beispielausgabe (hier mit einem ThinkPad T480S):
$ lspci | grep -i vga
00:02.0 VGA compatible controller: Intel Corporation UHD Graphics 620 (rev 07)
Beispiel 2: Welchen Kernel-Treiber verwendet eine Hardware-Komponente
Um nachzuvollziehen, welcher Kernel-Treiber und welches Modul von einem bestimmten Gerät verwendet wird, kann die Option -k verwendet werden. Dies listet in der Ausgabe den Kernel-Treiber auf, der fĂĽr jedes PCI-Gerät verwendet wird – eine Information, die besonders nĂĽtzlich bei der Fehlersuche im Falle Treiber-bezogener Problemen ist. Mittels Treibernamen und dem spezifischen, eigenem Hardware-Modell können deutlich ergiebigere Web-Suchen durchgefĂĽhrt werden.
Beispielausgabe (hier mit einem ThinkPad T480S):
$ lspci -k
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00:02.0 VGA compatible controller: Intel Corporation UHD Graphics 620 (rev 07)
Subsystem: Lenovo Device 2258
Kernel driver in use: i915
Kernel modules: i915
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00:1f.6 Ethernet controller: Intel Corporation Ethernet Connection (4) I219-V (rev 21)
Subsystem: Lenovo Device 2258
Kernel driver in use: e1000e
Kernel modules: e1000e
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Wie man sehen kann, verwendet die Grafikkarte dendrm/i915 Intel GFX-Treiber, die Netzwerkkarte nutzt e1000e.
Fazit
Die Befehle dmidecode und lspci sind leistungsstarke Werkzeuge zum Abrufen detaillierter Hardware-Informationen eines Linux-Systems. Obwohl sie in der Bedienung simpel sind, bieten beide Befehle nützliche Einblicke in die Konfiguration und den Status des Systems Egal, ob man Fehler beheben will, etwas optimiert oder einfach nur neugierig ist: die vorgestellten Anwendungen liefern wertvolle Daten, die dabei helfen können, die eigene Linux-Umgebung besser zu verstehen und zu verwalten. Bis zum nächsten Mal, wenn wir uns weitere nützliche Befehlszeilentools mit Auflistung und Informationen und deren Verwendung ansehen.
in den Beschreibungen des Befehls „baseboard“ genannt. ↩︎